Lebenszyklus-Denken

Schwerpunkte

PlasticsEurope fördert den Einsatz von „Life Cycle Thinking“ (LCT), um das Verständnis von den Produktvorteilen zu stärken und mehr informierte Entscheidungen zu ermöglichen, die zu treffen sind, wenn Konzepte wie die Kreislaufwirtschaft betrachtet werden. „Life Cycle Thinking“ nutzt die Bewertung der Lebenszyklen (LCA, life cycle assessments), eine Technik zur Analyse der potenziellen ökologischen Auswirkungen eines Produktes, eines Prozesses oder einer Dienstleistung. Diese Technik umfasst: 

  • Aufstellung einer Liste aufgewendeter Energie und Materialien und von Freisetzungen in die Umwelt
  • Bewertung der potenziellen ökologischen Auswirkungen des identifizierten Energie- und Materialeinsatzes und der Freisetzungen 
  • Berechnung der Leistungsindikatoren zur Gewährleistung informierter Entscheidungen.
     

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Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP (United Nations Environment Programme) und die Society for Environmental Toxicology and Chemistry (SETAC) haben die Life Cycle-Initiative im Jahre 2002 ins Leben gerufen. Ihre Mission ist es, die weltweite Nutzung glaubwürdigen Wissens um die Lebensphasen zu ermöglichen, um die Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten. PlasticsEurope unterstützt und fördert umfassend die UNEP-SETAC Life Cycle-Initiative.

Für PlasticsEurope ist LCT (Life Cycle Thinking) ein strategisches Konzept, das auf belastbaren Daten und einer robusten Methodik beruht. Als Anerkennung seiner Bedeutung ist PlasticsEurope schon seit Jahren ein Gold-Sponsor der LC-Initiative. Die Initiative legt ihren Schwerpunkt darauf, die Entwicklung und Anwendung wissenschaftlich basierter Lebensphasenansätze und Informationen über Produkte für Unternehmen, Regierungen und die Zivilgesellschaft weltweit als eine Grundlage für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion zu fördern. Wenn Sie mehr über die Life Cycle-Initiative erfahren möchten, besuchen Sie bitte: http://www.lifecycleinitiative.org.

 

Ökoprofile-Programm
 

2.4. eco profiles shutterstock_3495183.pngPlasticsEurope war der erste Industrieverband, der detaillierte Umweltdaten zu den Prozessen seiner Mitgliedsunternehmen gesammelt und veröffentlicht hat. Die ersten Berichte zum Ökoprofil wurden 1993 publiziert. Seitdem kamen zahlreiche Berichte hinzu und wurden kontinuierlich aktualisiert, so dass heute mehr als 70 Ökoprofilberichte frei zur Verfügung stehen. Im Jahr 2006 wurde ergänzend ein Environmental Product Declaration (EPD)-Programm gestartet. Ökoprofile und EPDs decken das hohe Volumen, Blockpolymerisate, einige der breiter verwendeten technischen Kunststoffe und verschiedene übliche Prozesse der Kunststoffverarbeitung. Unter Life Cycle-Praktikern und anderen Akteuren weltweit als repräsentative Datensätze weithin anerkannt, haben sie Eingang gefunden in verschiedenen kommerziellen Life Cycle-Datenbanken ebenso wie in der öffentlich verfügbaren ELCD-Datenbank (European Life Cycle Database).
 

Zielsetzungen der Ökoprofile
 

PlasticsEurope verfolgt bei der Erstellung der Ökoprofiberichte klare Ziele, die europäische Produktionsdurchschnitte repräsentieren:

  • Das erste Ziel ist, wissenschaftlich fundierte Daten jedermann zugänglich zu machen, damit sie für Studien zum Produktlebenszyklus genutzt werden können, ohne die Vertraulichkeit detaillierter Prozessdaten der einzelnen Unternehmen zu beeinträchtigen. 
  • Das zweite Ziel besteht darin, ökologische Verbesserungen bei den Produktionsprozessen zu durch den Vergleich mit dem europäischen Industriedurchschnitt zu fördern. 
  • Der dritte wichtige Faktor ist, dass angesichts des großen Beitrags des vorgelagerten Auswirkungen zum Ökoprofil eines Polymers und mit Blick auf die Distribution von Einsatzstoffen wie Äthylen oder Naphtha über das europäische Pipelinenetzwerk, die Industriedurchschnittswerte die robusteste Vertretung der Polymerproduktionssysteme darstellen.
     

Die Zukunft der Ökoprofile
 

Seit die ersten Ökoprofilberichte veröffentlicht wurden, hat die Life Cycle Assessment-Methodik, die Standardisierung und die Praxis erhebliche Veränderungen durchlaufen. Neue Konzepte wie die Umwelt-Produktdeklarationen EPD (Environmental Product Declaration) und die CO2-Bilanz sind in der Zwischenzeit entwickelt worden. Nachgelagerte Industrien wie der Bausektor haben ihre eigenen Standards und Datenanforderungen. Daher müssen die Ökoprofile verändert werden, um den besten Verfahren und den Bedürfnissen der Akteure Rechnung zu tragen. Zu diesem Zweck holt PlasticsEurope regelmäßig den Input der Akteure zur Ökoprofil-Methodik ein. Darüber hinaus fördert und ermutigt PlasticsEurope mit Blick auf die Notwendigkeit global harmonisierter Verfahren und vergleichbarer Ergebnisse aktiv zur Zusammenarbeit mit anderen regionalen Verbänden. Als Beitrag zu gemeinsamen „Best Practices“ wird die Ökoprofil-Methodik an andere material- bzw. sektorenspezifische Standards angepasst

 

Der Umweltfußabdruck
 

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PlasticsEurope nimmt am „Product and Organisation Environmental Footprint“-Projekt teil, der von der Europäischen Kommission geleitet wird.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter dem folgenden Link
http://ec.europa.eu/environment/eussd/smgp/index.htm

 



 

Aktualisierung und Pflege
 

Während man bei den Ökoprofilen davon ausgeht, dass sie aufgrund der langen Lebensdauer der Installationen und der Kapitalinvestitionen viele Jahren Gültigkeit haben, erfordern technologische Veränderungen in der Kunststoffindustrie hin und wieder Aktualisierungen: Einige Werke wurden nachgerüstet, während andere geschlossen haben. Es sind neue Technologien implementiert worden, insbesondere sauberere Treibstoffe und Ausstoßreduzierungen. Darüber hinaus verbessert sich die Qualität der Daten als Folge der Monitoring- und Benchmarking-Programme. Schließlich führen das dynamische Wesen der petrochemischen Industrie, ihre globalen Märkte und die hochentwickelte Wechselbeziehung der verschiedenen Produktionseinheiten dazu, dass die Ökoprofildaten einem ständigen Wandel unterworfen sind. Das Management der Ökoprofildatenbank stellt sicher, dass die Daten intern konsistent sind, und Updates sorgen für Veränderungen in den vorgelagerten Industrien, bei Versorgern, Produktionsprozesstechnologien und methodischen „Best Practices“.

Häufig gestellte Fragen

Falls Sie Fragen haben, die nachfolgend nicht aufgeführt sind, kontaktieren Sie bitte unseren Experten hierzu.
 

Warum veröffentlicht PlasticsEurope Ökoprofile lediglich als Durchschnittswerte?

Es ist die Absicht von PlasticsEurope, belastbare Daten jedermann zur Verfügung zu stellen, damit diese in Studien über Produktlebenszyklen Eingang finden. Solche Daten müssen repräsentativ sein im Hinblick auf den technologischen, geographischen und zeitbezogenen Umfang. Als der Verband der Kunststoffhersteller in Europa ist der Zweck von PlasticsEurope die aktuelle europäische Produktion von Polymeren und deren Vorprodukte. Bleibt die Frage, warum ein Technologiemix berichtet wird. Bei der Beschaffung von Polymeren (wie im übrigen auch bei jedem anderen Rohstoff) greifen die Produktentwickler und Einkäufer auf ein „Pool“ von Lieferanten zurück. Dies liegt daran, dass sie jederzeit von Händlern einkaufen und/ oder Lieferanten wechseln können, beispielsweise als Ergebnis veränderter Preise. Außerdem handelt es sich bei Kunststoffen um Verbundwerkstoffe. Neben den Polymeren finden verschiedene Additive ihren Weg in die Compoundierungs- und Verarbeitungsschritte, wodurch die Lieferketten weiter „durchmischt“ werden. Demzufolge ist bei der Durchführung von Studien zur Bewertung der Produktlebenszyklen für Kunststoffanwendungen eine Unterscheidung zwischen spezifischen Polymerherstellern üblicherweise weder möglich noch relevant. Dies ist mit der Tatsache vergleichbar, dass die Energieverbraucher in den privaten Haushalten Strom beziehen, der aus zahlreichen Treibstoffen erzeugt wird. Daraus ergibt sich, dass die Ökoprofile von PlasticsEurope den europäischen Technologiemix zur Polymerproduktion am besten repräsentieren. Neben den Überlegungen zur Repräsentierung geben die Berichte zu den Industriedurchschnitten PlasticsEurope auch die Möglichkeit, die externe Nachfrage nach konsolidierten Brancheninformationen zu befriedigen, während gleichzeitig dem Bedürfnis der Unternehmen nach vertraulicher Behandlung ihrer Daten Rechnung getragen wird. Zusätzlich kann PlasticsEurope anhand der konsolidierten Industriedaten ökologische Verbesserungen in der Fertigung anstoßen, indem ein unternehmensinternes Benchmarking mit den europäischen Durchschnittswerten möglichgemacht wird, der eine Reduzierung der ökologischen Auswirkungen nahelegt. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: sections 1.1.1, 2.3.2]
 

Warum führt PlasticsEurope nicht eine Prozessmodul-Datenbankstruktur ein?

Obgleich eine Prozessmodul-Datenbankstruktur für mehr Transparenz und Vielseitigkeit sorgen könnte, birgt sie auch Nachteile, die nach Meinung von PlasticsEurope gegenüber den Vorteilen überwiegen. Zum einen stößt die Transparenz im Bedürfnis nach Vertraulichkeit zum Schutz der unternehmerischen Interessen der Branche auf ihre Grenzen. Der Prozessmodul-Ansatz hat möglicherweise Produktformulierungen und andere sensible Informationen offengelegt. Zum zweiten wird die Vielseitigkeit durch die industrielle Wirklichkeit einschränkt, da die freie Neukombination von Prozessen entlang einer Produktions- oder Lieferkette tatsächlich weder machbar noch wünschenswert ist: Modulprozesse auf der Grundlage horizontaler Durchschnitte von unterschiedlichen Technologien können unrealistische Input- und Output-Flüsse aufweisen, Werke mit Sitz in verschiedenen Regionen oder dem Betrieb inkompatibler Technologien lassen sich u.U. nicht in praktikablen Lieferketten verbinden, und integrierte Produktionsstandorte bieten Synergien, die nicht durch die Aneinanderreihung von Modulprozessen dargestellt werden. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: sections 3.1.4, 3.7.1]
 

Warum veröffentlicht PlasticsEurope nicht mehr Ökoprofile über Halbfertigerzeugnisse oder recycelte Produkte?

Der Zweck von PlasticsEurope als Verband ist die Herstellung von Polymeren und reaktive Vorprodukte, nicht die Compoundierung und Verarbeitung von Kunststoffen und (Halb-) Fertigerzeugnissen. Während die Ökoprofil-Methodik von PlasticsEurope die Untersuchung von Verarbeitungs- und Recyclingprozessen berücksichtigt, wäre die Initiative anderer Verbände wie die EuPC (European Plastics Converters) und die EuPR (European Plastics Recyclers) to complete [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: section 2.3.2]
 

Wie kann ich Ökoprofile in andere Regionen übertragen?

Die Ökoprofile von PlasticsEurope stellen europäische Polymerproduktionsdurchschnittswerte dar. Wenn Sie Daten für eine andere Region benötigen, fragen Sie bitte beim jeweiligen Branchenverband nach gültigen Programmen und Datensätzen, wie beispielweise die ACC Plastics Division für die USA und PACIA für Australien. Aufgrund des integrierten Wesens der Produktionssysteme in jeder Region ist das Übertragen von LCI-Daten (life cycle inventory) nicht so einfach wie beispielsweise das Austauschen von Strommixen und sollte daher mit äußerster Sorgfalt behandelt werden. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: sections 1.2.2, 3.1.4, 3.3.6]
 

Sollte ich die Ökoprofilzahlen für Monomere und Polymere hinzufügen, um die Gesamtauswirkung auf die Umwelt zu erhalten?

Nein, Sie brauchen diese Zahlen nicht hinzuzufügen. Jedes Ökoprofil ist ein eigenständiger Datensatz und enthält die ganze Kette bis zum berichteten Produkt – ein sogenannter „cradle-to-gate“-Ansatz (von der Wiege bis zum Werkstor). [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: section 3.1.2]
 

Warum ergeben LCI-Daten manchmal keinen Sinn, wenn man die LCI-Daten eines Polymers mit seinen Monomeren oder den Ausgangsstoffen vergleicht?

Jeder Ökoprofil-LCI-Datensatz hat seine eigenen Systemgrenzen. In einigen Fällen sind Polymerhersteller voll integriert und produzieren auch das Monomer bzw. die Vorprodukte. In anderen Fällen beziehen sie das Monomer oder die Ausgangsstoffe von Dritten, die auch andere Anwender beliefern. Dementsprechend ändert sich der Technologiemix, wenn man Polymer und Monomer vergleicht. Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass je nachdem wo die Systemgrenzen in der vernetzten chemischen und Kunststoffindustrie mit ihren verschiedenen Technologien und Lieferketten gesetzt sind, die Ergebnisse voneinander abweichen.
 

Kann ich die nachhaltigsten Polymere bestimmen, indem ich die Ökoprofile miteinander vergleiche?

Nein. Um die Leistung der verschiedenen Stoffe miteinander vergleichen zu können, muss man den gesamten Lebenszyklus und die Auswirkungen relevanter Lebenszyklusparameter mit Blick auf ein definiertes funktionales Modul betrachten. Vergleiche lassen sich nicht auf der Ebene der Polymere anstellen, da Polymere in sehr unterschiedlichen Verwendungen zum Einsatz kommen können. Da sich die Ökoprofile auf die Menge von 1 kg des in Frage stehenden Polymers beziehen, sind sie nicht funktional äquivalent, sondern vielmehr Bausteine für Lebenszyklusstudien. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: section 5.2.5]
 

Was kann ich tun, wenn ich kein Ökoprofil für das Polymer finde, das mich interessiert?

In vielen Fällen kann es möglich sein, einen brauchbaren LCI-Näherungswert aus Bausteinen der vorgelagerten Prozesse und Expertenschätzungen zu erstellen. Aufgrund der unterschiedlichen und sehr spezifischen Produktionstechnologien erfordert dies jedoch einen gewissen Grad an Fachkenntnissen und Erfahrung. Bitte kontaktieren Sie hierfür den Programmmanager unter der Ökoprofil-Hotline, um mehr zu erfahren. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: section 3.1.4]
 

Wie glaubwürdig sind Ökoprofildaten angesichts der Tatsache, dass PlasticsEurope als ein Branchenverband sie veröffentlicht?

PlasticsEurope hat ein Interesse daran, die Akteure mit transparenten und verifizierbaren Ökoprofil-Datensätzen zu versorgen. Um sicherzustellen, dass dieses Ziel erreicht wird, bindet das Ökoprofil-Programmmanagement-Panel diverse unabhängige Parteien ein. Darüber hinaus ist die Methodik transparent, begutachtet und öffentlich zugänglich, und die Datensammlung und Berechnungen werden von unabhängigen externen Beratern durchgeführt. Die Prozeduren und Ergebnisse werden intern von einer interdisziplinären Expertengruppe überprüft, die verschiedene Mitgliedsunternehmen (die im Markt im Wettbewerb stehen) involviert, und die Daten, Prozeduren und Ergebnisse werden extern vom unabhängigen Programmmanager im Einklang mit Best Practices wie dem ILCD-Handbuch überprüft. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: sections 1.1, 1.2]
 

Wie wird die Datenqualität der Ökoprofile sichergestellt?

Während der Datensammlung und -modellierung führt der unabhängige externe Berater Plausibilitäts- und Vollständigkeitschecks durch, beispielsweise durch die Berechnung der Massen- und Energiebilanz. Außerdem prüft der unabhängige externe Prüfer die Datenqualitätsindikatoren wie die technologische, temporale und geographische Repräsentativität, Vollständigkeit, Genauigkeit und methodische Konsistenz im Einklang mit den Best Practices wie dem ILCD-Handbuch. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: sections 3.3, 5.1]
 

Welcher Strommix wird für die berechneten Ökoprofile verwendet?

Es gibt keinen gemeinsamen Strommix (beispielsweise europäischen Durchschnittswert), der die Ökoprofile untermauert. Stattdessen wird jeder Produktionsstandort, der an der Datensammlung teilnimmt, mit seinem eigenen spezifischen nationalen Strommix oder der individuellen Stromversorgung vor Ort modelliert. Die Ergebnisse aus jedem Standort werden mit ihrer jeweiligen Produktionstonnage gewichtet und fließen dann in den europäischen Polymerproduktions-Durchschnittswert ein. Demzufolge hängt für jedes gegebene Ökoprofil der resultierende tonnage-gewichtete Durchschnitt von den Standorten der teilnehmenden Werte ab. Das reflektiert in angemessener Weise die industriellen Produktionsmuster. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: sections 3.3.6, 5.1]
 

Stehen die Ökoprofile im Einklang mit den LCA-Standards?

Ja, die Ökoprofil-Methodik steht im Einklang mit den ISO-Standards 14040–44, 14025 und dem ILCD-Handbuch der gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: section 1.6]
 

Wie behandelt PlasticsEurope die Zuordnung der Auswirkungen zwischen den Kuppelprodukten?

Wo eine Zuordnung unvermeidbar ist, schreibt die Ökoprofil-Methodik von PlasticsEurope eine grundsätzliche Zuordnungsphilosophie vor, die auf informierte und transparente Entscheidungen abzielt, welche die industrielle Realität repräsentieren. Schlussendlich bleibt dies jedoch eine subjektive Entscheidung. Daher werden die ausgewählten Zuordnungsmethoden und ihre Begründung im Ökoprofilbericht aufgezeichnet, durch eine Sensitivitätsanalyse unterstützt, um bei Bedarf die Variabilität in den Ergebnissen darzustellen. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: section 3.7.2]
 

Was bedeutet „Energie des Ausgangsstoffs“ bzw. „Feedstock Energy“?

„Feedstock Energy“ ist ein Konzept, das zusätzlich zu den Input/Output-Tabellen der LCI-Methodik (Life Cycle Inventory) verwendet wird. Es soll die Interpretation der Ressourcennutzung erleichtern. Da der Hauptstrang der Polymere im Allgemeinen aus Kohlenwasserstoffketten besteht, definiert die Kunststoffindustrie die „Feedstock Energy“ als den Anteil des Ressourceninputs, der im Polymer endet und nicht als Treibstoff verwendet wird. „Feedstock Energy“ gilt als der Energieäquivalent dieser organischen Inputstoffe, die entweder nicht-erneuerbarer Natur sind (also fossil) oder erneuerbar (biogen). Es ist wichtig anzumerken, dass das Konzept auf andere Materialien und in anderen Industrien auf ähnliche Weise angewendet werden kann, indem man beispielsweise Mineralien oder Metallen ein Energieäquivalent zuweist. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: section 3.8.3]
 

Welche Auswirkungskategorien werden verwendet und wie berechnet man sie?

PlasticsEuropes Ökoprofile und EPDs verwenden eine Auswahl validierter „Life Cycle Impact“-Kategorien, die hinlänglich zuverlässig sind, um geschäftliche Entscheidungen zu unterstützen: beispielsweise ADP, GWP, AP, EP, ODP, POCP. Die Berechnung jeden dieser Werte beruht auf spezifischen wissenschaftlichen Leitlinien und Bewertungsfaktoren und steht völlig im Einklang mit den Best Practices wie beispielsweise dem ILCD-Handbuch. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: sections 4.1, 4.2]
 

Warum gibt es manchmal erhebliche Änderungen beim Update eines Ökoprofils?

Innovation und die kontinuierliche Verbesserung der Produktionstechnologien in der Kunststoffindustrie ziehen Verbesserungen in den Leistungsindikatoren nach sich, die sich wiederum in den entsprechenden Ökoprofilen widerspiegeln. Es ist hier wichtig anzumerken, dass die Methode der Ökoprofile mit den früheren Ausgaben kompatibel bleibt und dass alle Änderungen in dem Ökoprofilberichten kommentiert werden. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: sections 5.1.3, 5.2.2]
 

Wie oft werden Ökoprofile aktualisiert?

Programmmanager und qualifizierte Berater prüfen periodisch die Ökoprofil-Datenbank nach erforderlichen Updates. Die Kriterien sind das Alter der Datensätze, die Datenqualität und Aktualisierungsanfragen. Außerdem läuft die Gültigkeit eines Ökoprofils nach drei Jahren aus. Nach diesem Zeitraum wird eine Neubewertung durchgeführt. Es ist hier anzumerken, dass die erwartete Gültigkeitsdauer eines Ökoprofils je nach technologischem Fortschritt und Investition viel länger sein kann, z.B. 10 Jahre. Ökoprofile können daher ohne größere Änderungen neubewertet werden, wenn der aktuelle Technologiemix nach wie vor repräsentiert ist. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: section 1.4.3]
 

Wie kann ich mich als Life Cycle-Berater für eine Tätigkeit im Rahmen der Ökoprofile bei PlasticsEurope bewerben?

Wenn Sie ein erfahrener LCA-Praktiker sind und in der Lage, große Datensammlungskampagnen zu managen, können Sie sich für dafür bewerben, einen Vorqualifikationsprozess zu durchlaufen, um als geeigneter Dienstleister anerkannt zu werden. Bitte treten Sie mit dem Programmmanager unter der Ökoprofil-Hotline in Verbindung, wenn Sie mehr Informationen hierzu wünschen. [PlasticsEurope Eco-profile Methodology Document: sections 1.3.2, 5.1.2]

Glossar der Begriffe 
 

Abiotisches Verbrauchspotenzial, ADP (abiotic depletion potential)
Eine Umweltauswirkungskategorie, welche den Verbrauch von Primärressourcen wie Mineralien, Metalle und fossile Treibstoffe misst.

Versauerungspotenzial, AP (acidification potential)
Eine Umweltauswirkungskategorie („saurer Regen“). Emissionen (z.B. Schwefeloxide, Stickstoffoxide, Ammonium) vom Transport, der Energieerzeugung, von Verbrennungsprozessen und der Landwirtschaft verursachen den hohen Säuregehalt des Regenwassers und schädigen dadurch Wälder, Seen und Gebäude. Referenzsubstanz: Schwefeldioxid.

Ökoprofil
Ein anderer Begriff für Sachbilanz oder Life Cycle Inventory, die von PlasticsEurope synonym verwendet werden, üblicherweise „cradle-to-gate“ (von der Wiege bis zum Werkstor) – im Falle von Verarbeitungsprozessen kann es jedoch auch „gate-to-gate“ (von Werkstor zu Werkstor) sein.

Ökoprofil-Projektteam, EPT (eco-profile project team)
Eine dedizierte, zeitlich begrenzte Task Force, die für den Zweck gebildet wird, das Ökoprofil für ein spezifisches Polymer zu überwachen. Das Team besteht aus Mitgliedern von PlasticsEuropes elevanten Produktausschüssen, der HSE-Gruppe, die Life Cycle Task Force (LCTF), dem LCA-Praktiker und dem Programmmanager.

Umweltproduktdeklaration, EPD (environmental product declaration)
Eine standardisierte Methode (ISO 14025) zur Kommunikation der Umweltperformance eines Produktes oder einer Dienstleistung bei den LCA-Daten.

Eutrophierungspotenzial, EP (eutrophication potential)
Eine Umweltauswirkungskategorie (in einigen Fällen auch Überdüngungspotenzial). Emissionen wie Phosphat, Nitrat, Stickstoffoxide und Ammonium aus dem Transport, dem Energieverbrauch, der Landwirtschaft (Düngemittel) und Abwasser steigern das Wachstum von Wasserpflanzen und können Algenblüten produzieren, die dem Wasser den Sauerstoff entziehen und dadurch jedes andere Leben im Wasser ersticken. Dieses Phänomen nennt man Eutrophierung und schädigt Flüsse, Seen, Pflanzen und den Fischbestand. Referenzsubstanz: Phosphat.

Energie des Ausgangsstoffs (feedstock energy)
Definition gemäß ISO 14040: Verbrennungswärme des Inputs eines Rohstoffs, der nicht als Energiequelle in einem Produktsystem verwendet wird, ausgedrückt in Form des höheren Heizwertes oder niedrigeren Heizwertes.
ANMERKUNG: Es sollte sichergestellt werden, dass keine Doppelzählungen des Energiegehaltes von Rohstoffen erfolgen « [ISO 14040, 3.17]

Treibhauspotenzial, GWP (global warming potential)
Eine Umweltauswirkungskategorie („Treibhauseffekt“). Die Energie der Sonne beeinflusst maßgeblich das Wetter und Klima der Erde und heizt die Erdoberfläche auf. Umgekehrt strahlt die Erde Energie wieder in das Weltall aus. Atmosphärische Treibhausgase (Wasserdampf, Kohledioxid und andere Gase) beeinflussen den Energiehaushalt in der Weise, dass die Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche steigt. Probleme entstehen, wenn  die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre infolge des „menschengemachten“ (oder anthropogenen) Treibhauseffektes steigt: Dieser zusätzliche Treibhauseffekt, der von menschlichen Aktivitäten verursacht wird, könnte die durchschnittliche Temperatur auf der Erde weiter erhöhen. Der GWP-Index berechnet sich als multiples Äquivalent der Absorption aufgrund der fraglichen Substanz im Verhältnis zum Ausstoß von 1 kg Kohledioxid – der Referenzsubstanz – im Laufe von 100 Jahren. Der Begriff CO2-Fußabdruck bzw. CO2-Bilanz gilt als Synonym für das GWP eines Produktes.

Wirkungsabschätzung LCIA (life cycle impact assessment)
Bewertung der ökologischen Relevanz von Material- und Energieflüssen (z.B. im Hinblick auf die Ressourcenverknappung oder dem Erderwärmungspotenzial).

Sachbilanz, LCI (life cycle inventory)
Eine Input/Output-Analyse des Material- und Energieflusses von den betrieblichen Tätigkeiten entlang des Produktsystems. PlasticsEurope verwendet auch den Ausdruck Ökoprofil.

Lebenszyklusanalyse oder Ökobilanz, LCA (life cycle assessment)
Ein standardisiertes Managementtool (ISO 14040–44) zur Bewertung und Quantifizierung der gesamten Umweltauswirkung von Produkten oder Aktivitäten im Laufe des gesamten Lebenszyklus bestimmter Materialien, Prozesse, Produkte, Technologien, Dienstleistungen oder Tätigkeiten.

Offsetting
Finanzierung von Aktivitäten als Kompensation für den Klimaeffekt (und oft gleichzeitig die Nutzung nicht-erneuerbarer Ressourcen), die sich aus der Herstellung ergeben.

Ozonschicht-Abbaupotenzial, ODP (ozone depletion potential)
Eine Umweltauswirkungskategorie („Ozonloch“). Der Index ODP berechnet sich als der Beitrag zur Beschädigung der Ozonschicht, der sich aus dem Ausstoß von 1 kg der fraglichen Substanz im Verhältnis zum Ausstoß von 1 kg CFC-11 (oder FCKW) als einer Referenzsubstanz ergeben würde.

Photochemisches Oxidantien-Bildungspotenzial, POCP (photochemical ozone creation potential)
Eine Umweltauswirkungskategorie (Photooxidantien, „Sommersmog“). Der Index wird verwendet, um den Grad an Emissionen verschiedener Gase in ein gemeinsames Maß zu übersetzen, um deren Beiträge zur Veränderung der Ozonkonzentration an der Erdoberfläche zu vergleichen. Der Index POCP berechnet sich als der Beitrag zur Ozonbildung in der Nähe der Erdoberfläche aufgrund der in Frage stehenden Substanz im Verhältnis zum Ausstoß von 1 kg von Äthylen als einer Referenzsubstanz.

Regeln zur Produktkategorie, PCR (product category rules)
Ein Regelwerk zur Erstellung des LCA und EPD innerhalb einer funktional definierten Produktklasse. Ein PCR-Dokument ist eine erforderliche Komponente für jedes Typ III-Umweltdeklarationsprogramm (ISO 14025).

Gültige Standards

PlasticsEurope betrachtet die Anerkennung und Verwendung der ISO 140xx-Standards als wesentlich für die Nutzung des Life Cycle Thinking-Ansatzes bei den Prozessen der Entscheidungsfindung, die Umweltkriterien umfassen.

  • ISO 14040: Umweltmanagement – Lebenszyklusbewertung – Grundsätze und Rahmenbedingungen.
  • ISO 14044: Umweltmanagement – Ökobilanz – Anforderungen und Anleitungen.
  • ISO 14021: Umweltbezogene Anbietererklärungen – Umweltnnzeichnung Typ II.
  • ISO 14025: Umweltkennzeichnungen und Deklarationen – Type III Umweltdeklarationen.
  • ISO 14067: CO2-Bilanz von Produkten (in der Entwicklung).

Literatur

Weitere Informationen über „Life Cycle Thinking“ finden Sie hier:

Links zu externen Quellen:

Literature
 

For more information about Life Cycle Thinking, see:

Links to external resources:

Latest findings:
Criteria for eco-efficient (sustainable) plastic recycling and waste management
Fact based findings from 20 years of Denkstatt studies (see denkstatt.at)
Published: September 2014
The impact of plastics on life-cycle energy consumption and greenhouse gas emissions in Europe (PDF document)http://www.plasticseurope.org/documents/document/20100805122034-20100803150235-denkstatt.jpg

Denkstatt Study: summary report
Published: June 2010

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